Feuchtwälder, seltene Waldgesellschaften

Wissenslücken schliessen, Bewirtschaftung anpassen

Val Cluozza SNP (Foto © Hans Lozza, SNP)
Val Cluozza SNP (Foto © Hans Lozza, SNP)

Stand der Dinge

Unser Motto: «Das Machbare tun». Wir machen Fortschritte sichtbar – mit Einblicken in die Projekte, mit Bildern, Filmen und Geschichten aus der Umsetzung. Der Stand wird jährlich aktualisiert, neue Inhalte kommen laufend dazu.

Aufgrund personeller Engpässe beim Amt für Wald und Naturgefahren (AWN) sowie beim Amt für Natur und Umwelt (ANU) wurde der Start der Massnahmenumsetzung auf Anfang 2026 verschoben.

Die grosse Vielfalt an Höhenlagen, Expositionen, klimatischen Verhältnissen, Niederschlagsmengen, geologischem Untergrund und Böden hat in Graubünden eine aussergewöhnliche Vielfalt an Waldlebensräumen entstehen lassen. Insgesamt werden 250 Waldgesellschaften unterschieden. Für 111 davon trägt der Kanton eine besondere Verantwortung. Dazu gehören die besonders artenreichen Auenwälder und die Feuchtwälder ausserhalb der Auen.

Zu den prioritären Waldgesellschaften, einschliesslich der Feuchtwälder, gibt es weiterhin zahlreiche Wissenslücken. Aufgrund der grossen Ausdehnung und teils schwierigen Zugänglichkeit der Gebiete müssen Felderhebungen sorgfältig geplant werden. Die bisherigen Vorbereitungsarbeiten konzentrierten sich daher auf die Entwicklung des methodischen Vorgehens. Ein entsprechender Austausch mit anderen Kantonen, die an ähnlichen Fragestellungen arbeiten, fand statt. Die Diskussionen zeigten rasch, dass es sinnvoll ist, die Massnahmen 6 und 7 gemeinsam anzugehen und nicht auf ein Pilotgebiet zu beschränken.

Umsetzungsziele

  • Der Kanton schliesst die Wissenslücken in Bezug auf Feuchtwälder und weitere seltene Waldgesellschaften («nach NHG schützenswerte Waldgesellschaften»).
  • Der Kanton kartiert die Verteilung bestehender Feuchtwälder und weiterer seltener Waldgesellschaften in einer Pilot-Waldregion und zeigt, wie viele Flächen bereits vertraglich geschützt sind und wie viele Flächen ausserhalb von bestehenden Waldreservaten, Altholzinseln und Biotopen von nationaler, regionaler oder lokaler Bedeutung liegen.
  • Der Kanton eruiert den ökologischen Zustand und Handlungsbedarf und formuliert Vorschläge für Massnahmen, um die Naturnähe der Feuchtwälder und weiterer seltener Waldgesellschaften zu erhalten, wiederherzustellen oder zu fördern (inkl. der Möglichkeit, von einer Bewirtschaftung abzusehen). Die Erkenntnisse sollen den Bewirtschaftenden (Revierförster, Waldeigentümer) dienen.
  • Die vorhandenen oder potenziell vorhandenen Arten werden bei der Priorisierung und Herleitung der Bewirtschaftungsmassnahmen berücksichtigt.
  • Die Auswirkungen des Klimawandels (erhöhte Temperatur, eine geringere Wasserverfügbarkeit, veränderte Saisonalitäten, häufigere und intensivere Unwetter und evtl. erhöhte Gefährdung durch Schadorganismen) auf diese seltenen Waldgesellschaften (inkl. Feuchtwälder) sowie auf die davon abhängigen Arten werden wissenschaftlich begleitet. Die Bewirtschaftung wird den Erkenntnissen entsprechend angepasst.
Massnahmenblatt