Sanierung von Vernetzungsachsen
Zerschneidungseffekten entgegenwirken

Stand der Dinge
Unser Motto: «Das Machbare tun». Wir machen Fortschritte sichtbar – mit Einblicken in die Projekte, mit Bildern, Filmen und Geschichten aus der Umsetzung. Der Stand wird jährlich aktualisiert, neue Inhalte kommen laufend dazu.
22. Mai 2026
Säugetiere, Amphibien und andere Tiergruppen nutzen im Tagesverlauf sowie bei saisonalen Wanderungen unterschiedliche Lebensräume. Für langfristig überlebensfähige Bestände ist zudem der regelmässige Austausch zwischen den einzelnen Populationen entscheidend. Entsprechend zentral ist eine funktionierende Lebensraumvernetzung. Handlungsbedarf besteht insbesondere entlang des Bündner Strassennetzes in Tal- und Gunstlagen.
Die notwendigen Grundlagen werden derzeit systematisch aktualisiert: Für die Ausscheidung von Wildeinstandsgebieten wurde ein einheitlicher Kriterienkatalog erarbeitet. Das Inventar der Wildwechsel ist fachlich überprüft. Aktuell wird analysiert, ob die regionalen und überregionalen Wildtierkorridore noch den heutigen Gegebenheiten entsprechen. Die Erfahrungen der Wildhut fliessen dabei gezielt in alle Arbeitsschritte ein. Die Datengrundlagen zu den Wildeinstandsgebieten, Wildwechseln und Wildtierkorridoren werden schrittweise aktualisiert und digitalisiert.
Anspruchsvoller ist die räumliche Modellierung der Vernetzungsachsen für Kleintiere, da die Datengrundlage lückenhaft ist. Einzig für die Amphibien sind die problematischen Zugstellen weitgehend bekannt. Für die übrigen Kleintiere werden im Rahmen der Massnahme 11 eigene Modellansätze entwickelt.
Parallel dazu wird die Sanierung von Wildtierkorridoren weitergeführt: der Wildtierkorridor San Vittore ist wieder intakt, jener in Grüsch in Planung. Der Abschluss der Wirkungskontrolle zur Sanierung des Wildtierkorridors Haldenstein/Trimmis ist für 2027 vorgesehen. Zusätzlich wird das Strassensanierungsprogramm im Hinblick auf bekannte Amphibienzugstellen laufend geprüft.
Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Jagd und Fischerei, dem Tiefbauamt und dem Amt für Natur und Umwelt. Schnittstellen zu parallel laufenden Projekten von ASTRA und TBA werden dabei berücksichtigt.

Umsetzungsziele
- Der Kanton saniert systematisch Vernetzungsachsen.
- Von Strassen unterbrochene Amphibienzugstellen werden soweit sinnvoll und technisch machbar mit Kleintierdurchlässen ausgestattet. Kleintierdurchlässe werden auch dort geprüft, wo seltene und prioritäre Arten besonders häufig Opfer des Verkehrs werden, beispielsweise im Umfeld von Biotopen von nationaler und regionaler Bedeutung.
- Alle Wildtierkorridore werden wenn möglich durchlässig gemacht.
- Bestehende Wildwechsel werden bei der Planung von Strassenprojekten mitberücksichtigt.
- Bei den Eisenbahnanlagen und Gemeindestrassen unterstützt der Kanton die Anlageninhaber bei der Sanierung, beim Ausbau und bei der ökologischen Bewirtschaftung von Vernetzungsachsen.



