Biodiversität im Boden

Die guten Geister im Untergrund kennenlernen und ihnen Sorge tragen

Typischer Gebirgsboden über der Waldgrenze (Foto © Esther Bräm)
Typischer Gebirgsboden über der Waldgrenze (Foto © Esther Bräm)

Stand der Dinge

Wir zeigen, was gemeinsam entsteht. Schritt für Schritt. Der Stand der Dinge wird jedes Jahr am 22. Mai, dem Internationalen Tag der Biodiversität, aktualisiert. Bilder, Filme und Geschichten aus der Umsetzung kommen laufend hinzu. So werden Fortschritte und Engagement für alle sichtbar.

Die «unsichtbaren guten Geister im Untergrund» sind stille Schaffer: sie bilden Boden und halten ihn lebendig, sie produzieren Nahrung für die Pflanzen, schützen sie vor Krankheiten und sorgen für eine ideale Durchlüftung sowie Wasseraufnahme.

Bodenorganismen sind der Motor des Lebens auf und über dem Boden. Unter unseren Füssen tummeln sich Milliarden von ihnen. Aber wer sind sie? Was leisten sie? Hier setzt die Massnahme 27 an: Sie bringt schrittweise Licht ins Dunkel der bislang kaum bekannten Artengemeinschaften und ihrer Funktionen.

Im Jahr 2025 hat sich die M27-Forschungsgruppe formiert: Bodenexperten von Agroscope, ETH und WSL, vom BAFU sowie aus mehreren Kantonen arbeiten zusammen. Gemeinsam haben sie ein Forschungsprojekt entwickelt – mit dem Ziel, die Biodiversität über die gesamte belebte Bodentiefe hinweg erstmals systematisch zu erfassen und so eine belastbare Datengrundlage zu schaffen.

Zunächst wird die Bodenbiodiversität an 14 Standorten des kantonalen Bodenmessnetzes untersucht. Darauf aufbauend folgen vertiefte und wiederholte Analysen an Standorten des kantonalen Bodenbeobachtungsnetzes (LBN GR). Innovative Methoden wie Röntgentomographie ermöglichen neue Einblicke in die Lebensräume im Boden. Wir dringen in eine Welt vor, die so noch nie sichtbar war.

Die gewonnen Erkenntnisse schärfen unseren Blick und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung im Umgang mit dem Boden.

Die ersten Probenahmen sind für Anfang Juli 2026 in Samedan geplant. Die weiteren Standorte des Bodenmessnetzes folgen im Verlauf des Sommers. Dabei arbeitet die «Crème de la Crème» der Schweizer Bodenkundeszene zusammen.

Umsetzungsziele

  • Der Kanton fördert das Wissen über die Bodenbiodiversität und die Ökosystemleistungen des Bodens (u.a. Bodenbildung, Bodenfruchtbarkeit).
  • Der Kanton unterstützt das Projekt des Biodiversitätsmonitorings zu Böden und ergänzt das bereits vorhandene Wissen zu bodenbiodiversitätsschonenden Bewirtschaftungsformen in der Form von Praxishilfen und Lehrmitteln.
Massnahmenblatt

Aus dem Newsroom

Alle Berichterstattungen in öffentlichen Medien bündeln und teilen wir hier. Der Newsroom wird laufend erweitert und aktualisiert.

Der Trockenheit auf der Spur

In Scuol sowie in Samedan wurden in den vergangenen Wochen Bodenprofile erstellt. Das sind zwei von 14 Standorten eines Messnetzes, mit dem zukünftig auch die Trockenheit der Böden erkannt werden soll. Zusätzlich wird im Rahmen der Biodiversitätsstrategie Graubünden auch das Bodenleben beleuchtet.

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