Biodiversität im Boden

Die guten Geister im Untergrund kennenlernen und ihnen Sorge tragen

Typischer Gebirgsboden über der Waldgrenze (Foto © Esther Bräm)
Typischer Gebirgsboden über der Waldgrenze (Foto © Esther Bräm)

Stand der Dinge

Unser Motto: «Das Machbare tun». Wir machen Fortschritte sichtbar – mit Einblicken in die Projekte, mit Bildern, Filmen und Geschichten aus der Umsetzung. Der Stand wird jährlich aktualisiert, neue Inhalte kommen laufend dazu.

Ohne die «unsichtbaren guten Geister im Untergrund» wäre vieles nicht möglich: Böden könnten Nährstoffe nicht speichern und Pflanzen nicht versorgen, sie würden Wasser schlechter zurückhalten sowie filtern und das Klima weniger wirksam regulieren. Die Bodenorganismen sind der Motor zentraler Prozesse im Naturhaushalt. Dennoch gilt der Boden – sowohl in Graubünden als auch schweizweit – noch immer weitgehend als Blackbox. Die Massnahme 27 setzt hier an und bringt schrittweise Licht ins Dunkel der bislang kaum bekannten Artengemeinschaften und ihrer Funktionen.

Im Jahr 2025 hat sich eine M27-Forschungsgruppe formiert: Bodenexperten von Agroscope, ETH und WSL, vom BAFU sowie aus mehreren Kantonen arbeiten zusammen. Gemeinsam haben sie ein Forschungsprojekt entwickelt – mit dem Ziel, die Biodiversität über die gesamte belebte Bodentiefe hinweg erstmals systematisch zu erfassen und damit eine belastbare Datengrundlage zu schaffen.

Das geplante Vorgehen ist zweistufig: Zunächst wird die Bodenbiodiversität an allen Standorten des kantonalen Bodenbeobachtungsnetzes (KABO) molekular im Oberboden untersucht. Darauf aufbauend folgen vertiefte und wiederholte Analysen an ausgewählten Standorten. Ergänzend ermöglichen innovative Methoden wie Röntgentomographie neue Einblicke in die Lebensräume im Boden. Die dabei entstehenden Bilder werden auch für die Sensibilisierung im Umgang mit dem Boden genutzt. Die Massnahmenumsetzung ist eng mit nationalen Monitoringprogrammen verknüpft und entfaltet entsprechend Ausstrahlungskraft für die ganze Schweiz.

Die ersten Proben werden ab Sommer 2026 an allen 14 Bündner KABO-Standorten entnommen. Dabei arbeitet die «Crème de la crème» der Schweizer Bodenkundeszene zusammen.

Umsetzungsziele

  • Der Kanton fördert das Wissen über die Bodenbiodiversität und die Ökosystemleistungen des Bodens (u.a. Bodenbildung, Bodenfruchtbarkeit).
  • Der Kanton unterstützt das Projekt des Biodiversitätsmonitorings zu Böden und ergänzt das bereits vorhandene Wissen zu bodenbiodiversitätsschonenden Bewirtschaftungsformen in der Form von Praxishilfen und Lehrmitteln.
Massnahmenblatt