Quellen

als Lebensräume verstehen und achtsam damit umgehen

Quellteich Munt La Schera SNP (Foto © Verena Lubini)
Quellteich Munt La Schera SNP (Foto © Verena Lubini)

Stand der Dinge 

Unser Motto: «Das Machbare tun». Wir machen Fortschritte sichtbar – mit Einblicken in die Projekte, mit Bildern, Filmen und Geschichten aus der Umsetzung. Der Stand wird jährlich aktualisiert, neue Inhalte kommen laufend dazu.

Quellen sind weit mehr als reine Wasserspender – sie sind einzigartige und faszinierende Lebensräume. Rund 100 spezialisierte Tierarten kommen ausschliesslich in Quellen vor.

Im Jahr 2025 konnten wir das Wissen über die Quellen im Kanton Graubünden weiter vertiefen. Eine wichtige Rolle spielten dabei Freiwillige: Nach einem Infoanlass in Schiers beteiligten sich 20 Personen an der Kartierung von fast 700 potenziellen Quellen im Prättigau/Davos mithilfe eines Schnellerhebungsformulars.

Auch in weiteren Regionen wurden Quellen erfasst, etwa im Naturpark Beverin (119 Quellen) und im Val Calanca (112 Quellen). Im Puschlav wurden 170 Quellen erhoben; bei rund 100 davon wurde zusätzlich der Zustand beurteilt. Erfreulich ist, dass sich etwa zwei Drittel dieser Quellen in einem naturnahen oder bedingt naturnahen Zustand befinden.

Quellerhebungen bringen immer wieder überraschende Funde zutage. So wurde auf der Schwarzseealp in Davos auf rund 1950 m ü. M. die Libellenlarve der Gestreiften Quelljungfer entdeckt – ein Höhenrekord für diese Art.

Ergänzend zu den Quellerhebungen wurde ein Quell-Aufwertungsprojekt in Mastrils umgesetzt. Zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit wurden zudem mehrere Artikel publiziert sowie eine Pop-up-Ausstellung zum Thema Quellen und Wasser erarbeitet.

Umsetzungsziele

  • Der Kanton fördert das Wissen über die ökologische Bedeutung und Vielfalt der Quell-Lebensräume (via Bildung und Daten).
  • Der Kanton verbessert die Datengrundlage zu Quell-Lebensräumen (Verzeichnis, Aufwertungsdatenbank).
  • Der Kanton fördert die Erhaltung, die nachhaltige Nutzung und die Aufwertung von Quell-Lebensräumen und stellt eine Praxishilfe für den Umgang mit Quell-Lebensräumen zur Verfügung (Best Practice und Merkblatt).
  • Der Kanton informiert und sensibilisiert zum Thema Quellen mit gezielten Kommunikationsmassnahmen.
Massnahmenblatt

Einblick in die Arbeit

Foto © Mayk Wendt
Foto © Mayk Wendt

Feldarbeit an einer Quelle im Kanton Graubünden. Quellerhebungen liefern wichtige Grundlagen, um diese faszinierenden Lebensräume besser zu verstehen, zu erhalten und gezielt aufzuwerten.

Foto © Mayk Wendt
Foto © Mayk Wendt

Quellen zeichnen sich durch relativ konstante Temperaturen aus. Die Messung der Wassertemperatur ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Quellerhebungen

Foto © Mayk Wendt

Quellen wirken oft unscheinbar und sind doch Orte voller Geheimnisse. Sie verbinden das Verborgene im Untergrund mit der sichtbaren Welt und beherbergen hochspezialisierte Lebensgemeinschaften.

Aus dem Newsroom

Alle Berichterstattungen in öffentlichen Medien bündeln und teilen wir hier. Der Newsroom wird laufend erweitert und aktualisiert.

Foto © Mayk Wendt

Pop-up Ausstellung Quellen

Hinhören, was die Quelle selbst mit eigener Stimme zu sagen hat. Sie spricht über die, die sie brauchen, über ihre Sorgen und über ihre fragile Zukunft.

Mehr erfahren

Schatzsuche - Erhebung von Quell-Lebensräumen

Quellen sind lokal begrenzte Orte, wo Grundwasser an die Oberfläche austritt. Sie bieten Quellspezialisten
(Kleinstlebewesen wie z.B. Stein- und Köcherfliegenlarven), welche auf nährstoff- und sauerstoffarmes Wasser angewiesen sind, einen einzigartigen Lebensraum. In jüngerer Vergangenheit sind sie zu einem grossen Teil zivilisatorischen Einflüssen gewichen – Siedlungsraum, Verkehrsflächen, Tourismus und intensivierte Landnutzung gehören zu den «Störenfrieden». In höheren Lagen und im Wald sind Quellen noch weitestgehend erhalten geblieben.

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Wenns nicht mehr läuft (Bündner Woche 21.05.2026)

Über fast versiegte Quellen und die schwindenden Lebensräume darum herum. Ein Beitrag von Lara Buchli in der Bündner Woche vom 21. Mai 2025.

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Quellen und ihre Vielfältigkeit (Prättigauer Herrschäftler 12.03.2025)